Thermische Sanierung
Hier liegt Spar- und Finanzierungspotenzial
Seit die Gas- und Stromkosten vor einigen Monaten explodierten und die Gasleitungen nach Österreich kurzer Hand abgedreht wurden, geistert immer wieder ein Begriff durch die Gazetten: Thermische Sanierung.
Was ist unter thermisch-energetischer Sanierung überhaupt zu verstehen? Alle Maßnahmen, die dazu dienen, den Energie- und Heizwärmebedarf eines Gebäudes zu senken.
- Dämmung der Außenwände,
- Dämmung der obersten Geschoßdecke (Dach) und
- Dämmung der untersten Geschoßdecke (Kellerboden),
- Sanierung bzw. Austausch der Fenster und Außentüren,
- Einbindung alternativer Heizungssysteme (Solartherme, Wärmepumpe, Erdgasbrennwerkkessel etc.)
Davon zu unterscheiden sind reine bauliche Verbesserungsmaßnahmen wie Um-, Zu- oder Ausbauten sowie die Trockenlegung von Kellern. Die eindeutige Abgrenzung dieser Begriffe erlangt vor allem dann Bedeutung, wenn es um Fördermodelle für thermische Sanierungsarbeiten geht.
Jetzt gilt der Energieausweis
Seit Jahren diskutiert, nun tatsächlich Realität: Bei Verkauf oder Vermietung eines Wohnobjektes ist seit 1.1.2009 verpflichtend ein Energieausweis vorzulegen, der über alle wesentlichen Energieverbrauchsdaten informiert. Diese Angaben sollen Häuser aufgrund ihrer Energieeffizienz miteinander vergleichbar machen.
Er zertifiziert das Gebäude, zeigt aber auch Vorschläge zukünftiger Modernisierungen und Verbesserungen auf.
Die Bundesländer haben sich auf gemeinsame Berechnungsstandards geeinigt. Die zentrale Informationsquelle des Energieausweises ist eine grün bis rot verlaufende Farbscala, die den Energieverbrauch veranschaulicht. Soll Energie gespart werden, ist jedenfalls der grüne Bereich anzustreben!
Verbesserungswürdige Objekte
Ein- und Zweifamilienhäuser erbaut von 1945 bis 1985 stellen in Hinblick auf energieeffiziente Sanierungen das bedeutendste Potenzial in Österreich dar. 600.000 Privathäuser dieser Art bestehen. Aber auch Wohnungen bieten breites Betätigungsfeld. Die Sanierungsquote erreicht aktuell nur 1 % im Jahr. Zu wenig um die Kyoto-Vorgaben beim CO2-Ausstoss der Haushalte in absehbarer Zeit zu erreichen. Mit gezielten Förderungen und Aktionen werden 3 % angestrebt.
Motive einer Sanierung
Als private Beweggründe für eine energiesparende Maßnahme werden vor allem Energiekostensenkung und erhöhter Wohnkomfort gesehen. Wobei gerade bei der Komfortsteigerung oft isolierte Einzelmaßnahmen gesetzt werden, anstatt umfassende Sanierungspakete zu planen. Um Zugluft und Verkehrslärm zu reduzieren, erfolgt einfach ein Fenstertausch. Das Energiesparpotential wird damit nicht voll ausgenutzt! Hemmnisse stellen nicht nur die hohen Kosten dar, sondern auch mangelnde Fachkenntnisse und organisatorischer Aufwand (Verpacken, Um/Aufräumen, Ausweichquartier).
Kosten versus Nutzen
Vor Sanierungsbeginn ist das gesamte Gebäude hinsichtlich vorhandener Dämmwerte der einzelnen Bauteile zu untersuchen. So ist feststellbar, in welchen Bereichen eine Ersparnis mit vertretbaren Kosten zu erreichen ist.
Eine Zielgröße könnte sein, durch verbesserte Wärmedämmung (Fassade, oberste Geschoßdecke, Fenster) und neue Heiz- und Warmwasser¬bereitungs¬systeme eine Energiekennzahl von 60 - 65 kWh/m² zu erreichen.
Eine umfassende thermische Sanierung durch Professionisten kostet im Durchschnitt EUR 40.000,- bis 50.000,- für ein Einfamilienhaus und rund EUR 20.000,- bis 30.000,- für eine Eigentumswohnung. Der Fremdmittelbedarf bewegt sich erfahrungsgemäß in einer Größenordnung von ca. 50 % der geplanten Investitionssumme, bleiben pro Einfamilienhaus EUR 25.000,- und pro Eigentumswohnung EUR 12.000,- zu finanzieren. Günstige Bausparfinanzierungen können für energiesparende Maßnahmen eingesetzt werden. Bei Finanzierungskosten in dieser Höhe ist meist keine Eintragung ins Grundbuch nötig. Die ABV bietet sich auch für Finanzierungsanfragen zur thermischen Sanierung gerne als kompetenter Ansprechpartner an.
Es ist erklärte Bereitschaft der Bundesregierung, hier besondere Fördermaßnahmen zu setzen. Von diesem neuen Geschäftsfeld erwarten sich die Bausparkassen und insbesondere die ABV eine nennenswerte Belebung der Finanzierungsnachfrage. Egal, ob zur bestehenden Wohnbauförderung der Länder ein weiteres Förderungspakte hinzu kommt oder nicht, thermische Sanierung bietet jede Menge Potenzial ? für Kunden, den Umweltschutz, die Bauwirtschaft und die Banken.